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Fitness Tipps

Sind Detox-Pflaster sinnvoll?

Von Pia Scheiblhuber 07/09/2020
Credit: Stocksy
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Pflaster lindern kleine Wehwehchen. Bei größeren oder chronischen Leiden, kommt man nicht unbedingt auf Idee, zum Pflaster zu greifen. Wie sieht es aber mit Detox-Pflastern aus, die bei Stress, Migräne und Energiemangel helfen sollen? Sie sollen dem Körper wie ein Magnet Giftstoffe entziehen.

Wir sind täglich einer großen Anzahl an Giftstoffen ausgesetzt. Egal ob bewusst durch Rauchen, Alkoholkonsum und ungesunder Ernährung oder unbewusst durch schädliche Umwelteinflüsse wie Abgase. All diese Giftstoffe reichern sich in unserem Körper an – mit negativen Folgen für unser allgemeines Wohlbefinden. Die spürbaren Konsequenzen: Stress, Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Gewichtszunahme. Doch Detox-Pflaster sollen hier Abhilfe schaffen. Oder fördern die Wunder-Patches lediglich den naiven Glauben an kleine Wunder, ohne wirklich zu wirken?

Die Fußsohlen als Spiegel des Körpers

Das Prinzip der Entgiftung mithilfe von Detox-Pflaster, die vor dem Schalfengehen auf die Fußsohlen geklebt werden, stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Die Fußsohlen gelten nämlich als Spiegel des Körpers. Man denke nur an die berühmte Fußreflexzonenmassage, bei der gezielt bestimmte Organe stimuliert werden können. Ähnlich sollen die Detox-Pflaster die Organfunktionen anregen. Die Poren an den Fußsohlen sollen schädliche Stoffe effektiv aussondern. Und zwar dank der mit pflanzlichen Inhaltsstoffen gefüllten Pulverkissen der Detox-Pflaster.

Inhalt der Detox-Pflaster: Holzessig und Lavendel

Eukalyptus- und Bambusholz-Essig sind geläufige Ingredienzen der Entgiftungs-Pads. Diese sollen den Stoffwechsel und damit die körpereigene Entschlackung ankurbeln. Aber auch beruhigender Lavendel oder das harmoniefördernde und belebende Mineral Turmalin sind beliebte Bestandteile der Detox-Pflaster. Im Allgemeinen soll diese Inhaltsstoffkombi zur Linderung von Unwohlsein, Antriebslosigkeit, Kopfschmerzen und Stress beitragen.

So funktioniert’s

Die Pflaster werden vor dem Zubettgehen auf die Fußsohlen geklebt. Am nächsten Morgen, idealerweise nach acht Stunden, werden die Pflaster abgenommen. Hier werden einige einen kleinen Schock erleben: Die Pflasterinnenseite wird sehr dunkel verfärbt sein. Die Detox-Pflaster-Befürworter sagen: Das sind die ausgeschwemmten Giftstoffe. Je dunkler das abgezogene Pflaster, desto mehr Giftstoffe konnten dem Körper entzogen werden.

Alles nur ein Mythos?

Aus wissenschaftlicher Sicht ist dies aber ein Mythos: Denn die starke Verfärbung entsteht durch eine Reaktion der Haut auf die Inhaltsstoffe des Pflasters. Unter dem Pad schwitzen die Füße, der Schweiß reagiert mit den pflanzlichen Stoffen und hinterlässt eine dunkle Färbung. Über die natürliche Hautbarriere ist es aus Expertensicht überhaupt schwierig, Schadstoffe einfach so ohne Trägersubstanz wie Öle auszuschwemmen. Die positiven Berichte begeisterter Detox-Pflaster-Anhänger könnten also auf einem Placebo-Effekt gründen. Um sich fitter zu fühlen, sollte man sich anstatt für das Detox-Patch lieber für eine gesunde Ernährung und ausreichend Erholung entscheiden.

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