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Ernährungstipps

Mindestens genauso gesund: Heimische Superfoods

Von Pia Scheiblhuber 15/09/2020
Credit: Stocksy
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Die Stars unter den Superfoods hören auf außergewöhnliche Namen wie Goji-, Açai-Beeren oder Chiasamen – was sich natürlich attraktiver anhört als Johannisbeere, Blaubeere oder Leinsamen. Doch sollten die heimischen Alternativen zu den Superfoods keinesfalls unterschätzt werden. Sie sind nämlich mindestens genauso lecker und gesund.

Nährstoffreich, lecker und voller gesundheitlicher Benefits – das zeichnet Superfoods aus. Doch wer denkt, mit der Açai-Bowl zum Frühstück, dem Quinoa-Salat zum Mittagessen und dem Avocado-Toast zum Abendbrot immer richtig zu liegen, irrt. Denn sowohl aus ernährungsphysiologischer als auch umweltpolitische rSicht lohnt es sich, auf heimische Superfood-Varianten umzusteigen.

Exotische Superfoods: Doch gar nicht so super?

Die Problematisch von Superfoods: Sie müssen erst lange Transportwege zurücklegen, bevor sie bei uns im Lebensmittelladen landen. Beim ihrem Anbau kommen oft Pflanzenschutzmittel zum Einsatz, wodurch immer wieder Pestizide in den Superfoods gefunden werden. Aus Verbrauchersicht sind die Nachteile der Preis und die fehlende Frische – Superfoods werden ja kaum frisch bzw. nur in getrocknetem Zustand angeboten. Dadurch geht ein großer Teil wertvoller Nährstoffe verloren. Die Bevölkerung in den Anbaugebieten – meist Südamerika – leidet wiederum unter der erhöhten Nachfrage aus Europa, da immer mehr Ackerfläche mit Superfoods bewirtschaftet werden müssen, die sie sich selbst nicht mehr leisten kann. Außerdem geht dadurch Wohnraum verloren.

Die Superfrüchte im Vergleich: Exoten vs. Regionale Nährstoffbomben

  • Chiasamen vs. Leinsamen: Leinsamen punkten mit einem höheren Eiweiß- und Omega-3-Fettsäurengehalt sowie mit beseren Kalium- und Vitamin-Werten im Vergleich zu Chiasamen. Dafür verfügen letztere über mehr Kalzium und Vitamin A.  Die gute Ballaststoffbilanz der beiden Samenvarianten ist vergleichbar.
  • Açai-Beeren vs. Blaubeeren: Açai-Beeren werden insbesondere für ihre antioxidativen Fähigkeiten angepriesen. Doch die dafür verantwortlichen blauen Pflanzenfarbstoffe sind auch in heimischen blauen und violetten Obst- und Gemüsesorten vorhanden, z.B in Trauben, Heidel- und Blaubeeren oder Rotkohl. Außerdem haben z.B. Blaubeeren einen höheren Vitamin C-Gehalt als Açai-Beeren. Letztere hat jedoch mehr Kalzium zu bieten.
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  • Avocado vs. Walnüsse: Unmengen von Wasser werden für den Avocado-Anbau benötigt. Doch die ungesättigten Fettsäuren, die das Herz-Kreislauf-System schützen und die Frucht zum Superfood avancieren lassen, scheinen diese Umweltsünde wieder wettzumachen. Doch es gibt eine tolle Alternative: Walnüsse zeichnen sich durch einen noch höheren Gehalt an ungesättigten Fettsäuren aus. Ein weiteres Plus der Nuss: Sie lässt sich super über lange Zeiträume lagern.
  • Quinoa vs. Hirse: Viele Veganer schwören auf die Proteinquelle Quinoa. Im Gegensatz zu anderen pflanzlichen Proteinen kann das Quinoa-Eiweiß besonders gut vom Körper verarbeitet werden. Auch der Eisengehalt des Pseudogetreides ist hervorzuheben. Doch auch Hafer und Hirse dienen dem Körper als wertvolle Eiweiß- und Eisenquelle. Wichtig für an Zöliakie leidende Menschen: Weder Quinoa, noch Hafer oder Hirse enthalten in der Regel Gluten.
  • Goji-Beeren vs. Schwarze Johannisbeeren: Der Vitamin C-Gehalt der Goji-Beere ist unschlagbar? Von wegen: Schwarze Johannisbeeren oder auch Sanddorn toppen diesbezüglich die exotischen Früchtchen sogar. Weiterer Vorteil der heimischen Beeren: Sie können frisch und als Saft genossen werden, wohingegen Goji-Beeren nur in getrockneter Form angeboten werden.
  • Kokosöl vs. Rapsöl: Kokosöl soll beim Abnehmen unterstützend wirken, indem es den Fettstoffwechsel reguliert. Vor allem das im Kokosöl enthaltene Laurinsäure wird oft als positiv hervorgehoben: Die gesättigte mittelkettige Fettsäure soll die Konzentration des gefäßschützenden HDL-Cholesterins im Blut erhöhen. Doch aus ernährungsphysiologischer Sicht wird der außergewöhnlich hohe Gehalt gesättigter Fettsäuren sehr negativ bewertet. Viel besser ist da beispielsweise Raps-, Lein- oder Hanföl mit einem hochwertigeren Fettsäurespektrum.
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